24. Sonntag im Jahreskreis


Aus dem Evangelium


Wenn einer von euch hundert Schafe hat und eins davon verliert, lässt er dann nicht die neunundneunzig in der Wüste zurück und geht dem verlorenen nach, bis er es findet?

Lk 15, 4

Gedanken zum Tag


Walter Mückstein, Pfarrer

Im Blick auf die Bösen wünschen sich viele Menschen Gott als einen strengen und gerechten Richter, der die Missetäter zur Ordnung ruft, der sie bestraft und - wenn alles nichts hilft - letztlich in die Hölle verbannt. Jesus stellt die Gerechtigkeit Gottes nicht in Frage, aber er macht auch deutlich: Bei Gott geht Barmherzigkeit vor Gerechtigkeit. Der Grund dafür ist schlicht und einfach die Liebe. Gott liebt seine Geschöpfe. Er liebt jeden einzelnen Menschen so, als wäre er oder sie sein einziges Kind. Und er setzt alles daran, dieses Kind nicht zu verlieren. Und so, wie ein guter Vater oder eine gute Mutter lieber selbst sterben würden, wenn sie dadurch nur ihr geliebtes Kind retten könnten, so gibt Gott sich in Jesus Christus selbst hin im Tod am Kreuz, um seine dem Tod verfallenen Kinder zu retten.